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Wir haben ein Kinderhaus in
Schwäbisch Hall:
Montessori-Kinderhaus
Diakoniestraße 3
74523 Schwäbisch Hall
Tel. 0791 / 56360
Die Öffnungszeiten
Montag bis Donnerstag: 7:30 – 15:00 Uhr
Freitag: 7:30 – 14:00 Uhr Im Kinderhaus, Schwimmkinder bis
15 Uhr im Schwimmbad
Es gilt die Schulferienregelung.
Ostern, Pfingsten, die erste und fünfte Sommerferienwoche und in den
Herbstferien findet für eine Woche eine Feriengruppe mit bis zu 15
Kindern mit verkürzten Öffnungszeiten von 8 – 14 Uhr statt. Die
Faschingsferien sind nach Absprache ebenfalls für eine Feriengruppe
geöffnet. Die letzte Sommerferienwoche hat das Kinderhaus für alle
Kinder von 8 – 14 Uhr geöffnet.
Der Tagesablauf
Bis spätestens 9.30 Uhr sollten die Kinder gebracht werden. Die
Freiarbeit, in der die Kinder Spielmaterial, den Ort und die Dauer ihrer
Arbeit und die Spielpartner frei wählen, erstreckt sich über den ganzen
Tag. Ebenso finden in dieser Zeit verschiedene Projekte für Kleingruppen
und Eingliederungshilfe für die Integrationskinder statt. Um etwa 10:30
Uhr werden jeden Tag Kreise angeboten (freiwillige Teilnahme) und ab
11:15 Uhr gibt es Mittagessen. Die Kinder, die noch nicht in der
jeweiligen Essensgruppe sind, können weiter Freiarbeit machen. Ab
spätestens 14.00 Uhr ist für alle Kinder Spielzeit im Garten. Ab 12.30
Uhr können die ersten Kinder abgeholt werden. Dann wieder ab 13.30 Uhr
und dann halbstündlich bis 15.00 Uhr.
Der Wochenablauf
Themen der täglich um ca. 10:30 Uhr angebotenen Kreise sind:
Verschiedene Aktivitäten an bestimmten Wochentagen geben der
Kinderhauswoche ebenfalls ihren festen Rhythmus.
Was an welchen Wochentagen stattfindet, wird für einen längeren
Zeitraum, festgelegt und an einer Schautafel mit Symbolen für die Kinder
sichtbar gemacht.
Die Mahlzeiten
Ein zentrales Angebot im Kinderhaus ist die Küche mit dem Essbereich, da
Kochen ein elementarer Lebensbereich ist und große Erfahrungsfelder
bietet. Hier wird sich immer eine Erzieherin aufhalten und mit einigen
Kindern die Mahlzeiten zubereiten.
Vesper:
Bis 10.00 Uhr können sich die Kinder aus den verschiedenen Angeboten in
der Küche ein Vesper richten und essen. Es gibt Brot, verschiedene
Aufstriche und Beläge, Müsli, Joghurt, Obst und Getränke.
Mittagessen:
Jedes Kind sollte die Möglichkeit haben, am Mittagessen teilzunehmen.
Die Kinder essen in zwei oder drei Gruppen ab ca. 11:15 Uhr.
Obstzeit:
Am Nachmittag wird ein Imbiss mit Obst bereitgestellt.
Die Kinder
Das Kinderhaus besuchen 40 Kindergartenkinder, darunter acht
Integrationskinder, im Alter von zwei bis sechs Jahren.
Wie finden die Kinder sich zurecht?
Beim Ankommen:
In der Freiarbeit:
-
Im
Basisbereich (wo sich das Montessori-Material befindet) sind immer
mindestens zwei Erzieherinnen, die das Kind begleiten. Möchte das
Kind in einen anderen Bereich
(z. B. Werkraum, Atelier, u. ä.) wird es dort zunächst eingeführt,
bis selbständiges Tätig sein möglich ist.
Bei Projekten und Angeboten:
-
Projekte werden aus den Interessen und Bedürfnissen der Kinder
entwickelt. In kleinen Gruppen treffen sich die Kinder dann über
einen bestimmten Zeitraum gemeinsam mit einer Erzieherin bis das
Projekt abgeschlossen ist.
-
Jedes Kind bekommt entwicklungsgemäße Einführung und
Orientierungshilfe für den Tages- und Wochenablauf
Wie werden Kinder in ihrer Entwicklung begleitet?
-
Für jedes Kind werden Beobachtungsbögen geführt. Dabei wechseln sich
die Erzieherinnen ab, um ein möglichst ganzheitliches Bild aus
verschiedenen Blickwinkeln zu entstehen zu lassen. Diese
Beobachtungen werden in den wöchentlichen Teamsitzungen ausgetauscht
und an die Eltern in Elterngespräche weiter gegeben.
-
Aktuelle Beobachtungen und Infos über Tätigkeiten der Kinder werden
in den jeweiligen Bereichen notiert. Dies ermöglicht, dass dem Kind
entsprechende weiterführende Angebote gemacht werden können.
Die Eltern
Wie informieren Eltern?
-
Kurz-Infos (wie z. B. Änderungen beim Mittagessen, Abholzeiten...)
können an die Erzieherin in der Küche weitergegeben werden.
-
Für längeren Informationsaustausch werden Elterngespräche
vereinbart.
Wie werden Eltern informiert?
-
Über Allgemeines und Organisatorisches:
-
Durch Aushänge, Elternbriefe, Elternabende oder AK's
-
Über die Entwicklung ihres Kindes
-
Durch Elterngespräche (mind. 1 Mal jährlich und bei Bedarf)
Das Personal
Aufgabenverteilung
-
4 Erzieherinnen bilden das Küchenteam und teilen sich die Woche den
Dienst in der Küche.
-
2 Erzieherinnen sind immer im Basisbereich anzutreffen. Die anderen
Kolleginnen begleiten und unterstützen die Kinder je nach Bedarf in
den anderen Bereichen.
-
Projekte und Kreise werden von allen Mitarbeiterinnen angeboten
Der Beitrag
Der monatliche Beitrag beläuft sich auf € 69,- zuzüglich einer
monatlichen einkommensabhängigen Pflichtspende von 22.- € bis 90.- €.
Hinzu kommt ein monatlicher Pauschalbetrag für die Mahlzeiten von
momentan 15,- €.
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Beitragsregelung]
Pädagogische Grundlagen der Kindergärten
Kinder sind anders - jedes Kind ist anders - eine individuelle
Persönlichkeit: Das eine lernt schneller, das andere langsamer, das eine
lernt leichter, das andere macht Umwege auf der Suche nach seiner
Lebensstrategie, das eine geht seinen Weg mühelos, für das andere ist
der Weg anstrengend, weil große Hürden seinen Gang behindern.
Die Grundprinzipien der Montessori-Pädagogik im Kindergarten, wenn sie
von den Kindern formuliert würden, lauten sinngemäß:
-
"Achte mich in meiner Persönlichkeit. Ich bin anders als Du. Ich bin
kein kleiner Erwachsener, bin aber auch ein ganzer vollwertiger
Mensch."
-
"Hilf mir, meine Persönlichkeit zu entwickeln, hilf mir meinen
Willen zu entfalten, indem ich Raum für meine freien Entscheidungen
bekomme."
-
"Hilf mir, selbständig zu denken und handeln zu lernen."
-
"Biete mir Raum und Gelegenheit, meinem eigenen Lernbedürfnis zu
folgen. Du kannst mir ruhig glauben: ich will lernen. Aber nicht
irgend etwas. In meinem Wachstum gibt es bestimmte Zeiten, in denen
ich bestimmte Dinge besser lerne als zu anderen Zeiten. Schaffe mir
diese Dinge, schaffe mir diese Umgebung, damit ich lernen kann."
-
"Hilf mir Schwierigkeiten zu überwinden. Ich will ihnen nicht
ausweichen."
-
"Gib
mir Halt und Reibung, damit ich mich ankuscheln und mich streiten
kann."
-
"Hilf mir, dass ich es selbst tun kann."
(in Anlehnung an Ulrich Steenberg, Ulm)
Diese Grundprinzipien bilden die Basis für eine integrative Erziehung in
Kindergarten und Grundschule, bei der nicht die Behinderung im
Vordergrund steht, sondern die Einmaligkeit des Menschen mit seinen
jeweiligen Eigenheiten, Besonderheiten und Fähigkeiten.
Die Beziehungen untereinander sind prägende Säulen im Alltagsleben des
Kindergartens. Gleichzeitig nimmt der Kindergarten damit den
Bildungsanspruch des Kindergartengesetzes ernst.
Was sind die zentralen Punkte in der Kindergartenarbeit?
Nicht Worte sollen im Zentrum der Kindergartenarbeit stehen, sondern
Tätigkeiten, die Kinder interessieren und die sie selbst tätig werden
lassen. Jüngere Kinder leben aus der Bewegung heraus. Sie
koordinieren und verfeinern diese bis zum Schulalter. Dazu sind ein
großer Garten, zum Handeln auffordernde Materialien und Übungen
notwendig. Ebenso verfeinern und differenzieren sich alle Sinne, über
die das Kind seine Umgebung aufnimmt.
Das jüngere Kind ahmt zunächst Tätigkeiten der Erwachsenen nach.
Insbesondere für häusliche und berufliche Tätigkeiten entwickelt es oft
ein großes Interesse.
In "sensiblen Phasen" lernen die Kinder bestimmte Dinge leichter. Auch
ist es ein frühes inneres Bedürfnis das Schreiben, das Lesen und den
Umgang mit Zahlen zu erlernen. Kinder lernen schöpferisch beim Malen,
Basteln, Plastizieren und Musizieren. Und sie lassen sich durch die
Phantasie und die Ästhetik des Materials anregen. Bereits sehr junge
Kinder besitzen eine ganz ursprüngliche Religiosität, die sie oft
spontan äußern und die im Erleben der Gemeinschaft, des Jahresrhythmus
und im respektvollen Umgang mit der Natur ihren Ausdruck findet.
Wann lebten eigentlich die Dinos?
Viele Kinder fragen nach dem Leben der Dinosaurier. Für die meisten
Kinder ist "Zeit" ein sehr wichtiges Thema. Das abstrakte Zeitschema der
Erwachsenen unterscheidet sich jedoch wesentlich von dem, das viele
Kinder haben. Sie brauchen konkrete Bilder in ihrer Vorstellung.
Phantasie und Lebenswirklichkeit, die oft weit voneinander wegrücken,
können so eingeordnet werden.
Jahrmillionen zum Anfassen
Im Umgang mit der Urweltkette können sich Kinder ein "begreifbares" Bild
von einer Zeit machen, die 250 Millionen Jahre Erdgeschichte umfasst.
In den offenen Regalen des Montessori-Kindergartens finden die Kinder
Entwicklungsmaterialien, die ihnen modellhaft helfen können mit
ihrem Wissen und ihrer Phantasie zurecht zu kommen. Ein weiteres
Beispiel dafür ist die "Jahreskette". Mit deren 365 bunten Perlen lernt
das Kind sein eigenes Jahr kennen, das sich in ähnlicher Weise an jedem
Geburtstag wiederholt. Gleichzeitig lernt das Kind handelnd die Zeit zu
begreifen und sich zu ordnen.
Welche Rolle spielt "Freiheit"?
Die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit erfordert entsprechenden
Freiraum. So ist die Freiarbeit (auch) im Kindergarten das
Kernstück der Montessori-Pädagogik. Das Montessori-Material in einer
sorgfältig vorbereiteten Umgebung hilft den Kindern eine Entscheidung zu
treffen. So entwickeln sie ihre schöpferischen Kräfte durch die freie
Arbeitswahl in einer vorbereiteten Lernumgebung. Damit erfüllt der
Montessori-Kindergarten seinen Bildungsauftrag in Ergänzung zur Familie
des Kindes.
In unseren Kindergartengruppen werden Kinder mehrerer Jahrgänge
zusammengefasst. Dadurch wird ihr Interesse auf ganz unterschiedliche
Arbeiten gerichtet. Jüngere Kinder werden von älteren Kindern angeregt,
die Älteren von den Jüngeren bestärkt; so ist individuelles und soziales
Lernen möglich.
Aber auch "Fehler" werden, ja sollen gemacht werden, denn nur aus
erlebten Situationen lernt man diese künftig richtig einzuschätzen, zu
vergleichen und zu vermeiden, wo es nötig ist.
Und was tun die Erzieher?
Die von Maria Montessori geforderten "neuen ErzieherInnen" stellen sich
mit der Kraft ihrer ganzen Persönlichkeit in den Dienst der Kinder und
sind jedem Einzelnen ein wacher, aufmerksamer, helfender und dienender
Begleiter. Montessori-PädagogInnen lassen die Kinder an sich heran – sie
ermutigen sie, sie geben ihnen Zuspruch und sie trösten. Sie glauben an
die kindlichen Kräfte und begleiten die Lernaktivitäten mit Respekt und
Achtung. Das ist oft nicht einfach und erfordert, dass er/sie an der
eigenen Einfühlung, Ruhe, Stärke und dem Wissen arbeitet, sich selbst im
Team reflektiert. Aber nur auf dem Boden von Liebe und Vertrauen kann
das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl des Kindes wachsen, kann
Achtsamkeit entstehen. Kinder, die so angenommen sind, können mehr aufs
Spiel setzen, sich freier bewegen, sich weiter entfernen und mehr
entdecken – eben weil sie wissen, dass sie nie abgewiesen werden, wenn
sie uns brauchen.
Was heißt "vorbereitete Umgebung"?
Die Montessori-Materialien sind aus Beobachtungen entstanden, wie Kinder
mit Material umgehen. Die Materialien entsprechen daher ihren
Entwicklungsbedürfnissen. Jedes Material erfüllt verschiedene Kriterien:
• Isolierung einer Schwierigkeit
• Möglichkeit der Selbstkontrolle
• ästhetische Qualität
• Einbeziehung der Sinne.
Für die Kinder sind die Materialien Quelle der Erkenntnis,
Herausforderung und Selbstbestätigung – sie sind "Schlüssel zur Welt" (M.M.).
Für die Erzieher sind sie ein wichtiges Hilfsmittel der Beobachtung und
der Reflexion.
Wie kommt die ruhige Atmosphäre zustande?
Eine ruhige und angenehme Atmosphäre im Kindergarten entsteht, wo das
Kind lernt selbständig Entscheidungen zu fällen und Handlungen
konsequent durchzuführen. Dabei erfahren sie die Eigengesetzlichkeit der
Dinge und lernen die Bedürfnisse der anderen Menschen zu respektieren.
So wachsen die Kinder in ihre Eigenverantwortung. Dies
unterstützen die Erzieher, indem sie sich "klein machen", damit das Kind
"groß werden" kann.
Von den Kindern nachvollziehbare Regeln, meist von ihnen selbst
aufgestellt, erleichtern die Kommunikation untereinander und werden an
die folgende jüngere Altersgruppe weitergegeben.
Im Kindergarten wird die Basis für das spätere Arbeiten in einem Team
gelegt. Die ersten positiven Erfahrungen in der sozialen Gruppe, die das
Kind außerhalb der Familie macht, können diesen Kindern nicht mehr
genommen werden, egal welche Schullaufbahn später eingeschlagen wird.
Und wenn es Schwierigkeiten gibt ?
...werden die Schwierigkeiten nicht aus dem Weg geräumt. Viel wichtiger
ist es, den Kindern die Möglichkeit zu geben, diese mit eigener Kraft
und oft auch mit Mühe zu überwinden. Konflikte und Probleme werden dann,
wenn sie auftauchen, bewusst gemacht und miteinander besprochen und
nicht erst, wenn sich großer Druck aufstaut. Sie werden nicht gemieden,
sondern demokratisch unter den Kindern ausgetragen und gelöst.
Die allwöchentliche Kinderbesprechung ist mit den Kindern gelebte
Demokratie, bei der die Projekte geplant und die aktuellen Probleme von
den Kindern diskutiert werden. In der Grundschule findet sie ihre
Fortführung als "Klassenrat".
Kinder erleben die Öffnung in der Gemeinschaft als Chance für
gegenseitige Hilfe. So lernen sie, sich in der Gesellschaft ebenso
rücksichtsvoll wie selbstbewusst zu bewegen.
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